Diagnostische Kriterien
Die Diagnose F17.2 wird gestellt, wenn mindestens drei der folgenden sechs Kriterien in den letzten 12 Monaten gleichzeitig vorlagen: starkes Verlangen (Craving), Kontrollverlust über den Konsum, körperliche Entzugserscheinungen bei Reduktion, Toleranzentwicklung, Vernachlässigung anderer Aktivitäten zugunsten des Rauchens und fortgesetzter Konsum trotz Kenntnis schädlicher Folgen.
Weitere F17-Unterkategorien
F17.0 – Akute Intoxikation, F17.1 – Schädlicher Gebrauch, F17.2 – Abhängigkeitssyndrom, F17.3 – Entzugssyndrom, F17.4 – Entzugssyndrom mit Delir, F17.5 – Psychotische Störung. Die häufigste und klinisch relevanteste Diagnose ist F17.2.
Klinische Bedeutung
Die Diagnose ermöglicht evidenzbasierte Behandlung auf Kassenkosten: Rauchentwöhnungsprogramme, Verhaltenstherapie und seit 2025 Medikamente (Vareniclin) bei schwerer Abhängigkeit. Der
Fagerström-Test dient als klinisches Screening-Instrument.
Prognose
Ohne Unterstützung liegt die Langzeit-Abstinenzrate bei nur 3–5 %. Mit professioneller Hilfe steigt sie auf 30–40 % nach 12 Monaten. Kombination aus Verhaltenstherapie und Medikamenten ist der Goldstandard. Der Ausstieg ist in jedem Alter möglich und lohnt sich immer. Mehr unter
Professionelle Unterstützung.